Rückstich sticken: Anleitung für saubere Konturen und Schrift
Der Rückstich macht aus bunten Flächen ein Bild: Er zieht Konturen, zeichnet Gesichter und schreibt Buchstaben. Er ist schnell gelernt, wirkt aber nur, wenn die Linie gleichmäßig ist.

Was ist ein Rückstich?
Der Rückstich ist eine durchgehende Linie aus kurzen, geraden Stichen. Jeder Stich schließt direkt an den vorigen an, weil du auf der Vorderseite rückwärts stichst. Im Zählmuster erscheint er als durchgezogene Linie entlang der Kästchen oder quer darüber.
So stickst du den Rückstich
- Eine Stichlänge vor dem Anfang der Linie aus dem Stoff herauskommen.
- Rückwärts zum Anfang der Linie einstechen.
- Auf der Rückseite zwei Stichlängen nach vorne führen und wieder herauskommen.
- Rückwärts in das Ende des vorigen Stichs einstechen und so weiter.
Stich immer genau in das Loch, in dem der vorige Stich endet. Jede Lücke sieht man später als Unterbrechung der Linie.
Wann und mit wie vielen Fäden?

Sticke Rückstiche erst, wenn alle Kreuzstiche fertig sind. Sie liegen obenauf und würden sonst überstickt. Üblich ist ein einzelner Faden, damit die Linie fein bleibt. Für kräftige Konturen oder Schrift nimmst du zwei.
Kurven, Schrägen und Schrift
- Kurven: lieber viele kurze Stiche über ein Kästchen als wenige lange. Lange Stiche machen aus der Kurve ein Vieleck.
- Schrägen: Folge dem Muster. Ein Stich darf diagonal über ein oder zwei Kästchen laufen.
- Schrift: Sticke jeden Buchstaben für sich und vernähe dazwischen, statt den Faden über die Lücke zu spannen.
Die häufigsten Fehler
- Faden auf der Rückseite über freie Flächen gespannt: Dunkles Garn scheint durch hellen Stoff. Vernähe und setze neu an.
- Zu fest gezogen: Die Linie schneidet in die Kreuzstiche ein. Zieh nur so fest, dass der Faden glatt aufliegt.
- Ungleiche Stichlängen: Bleib bei einer Länge, meist ein Kästchen.
Rückstiche im Zählmuster lesen
Im Zählmuster sind Rückstiche Linien, die über dem Raster liegen. Sie beginnen und enden an den Ecken der Kästchen, also an den Löchern im Stoff. Die Farbe der Linie steht in der Legende; in schwarz-weißen Mustern trägt jede Linienfarbe ein eigenes Kürzel.
Rückstiche bei xstitchr planen und abhaken
- Im Muster-Editor zeichnest du Rückstiche selbst: Start- und Endpunkt auf den Rasterkreuzungen anklicken, Garnfarbe wählen, fertig.
- Der Konverter ergänzt Konturen auf Wunsch automatisch, wenn er ein Foto in ein Muster umwandelt.
- Im Stickeditor liegen die Linien über dem Raster. Mit dem Werkzeug Rückstich tippst du eine fertige Linie an und hakst sie ab, so behältst du auch bei vielen Konturen den Überblick.
- Im Ausdruck erscheinen die Rückstiche als Linien, im Schwarz-Weiß-Druck mit den Kennungen B1, B2 und so weiter samt Garnnummer in der Legende.
Den Garnbedarf der Linien schätzt xstitchr in Metern, einfädig auf 14 Count gerechnet. Für Konturen reicht fast immer ein Strang der Rückstichfarbe.
Häufige Fragen
Stickt man Rückstich vor oder nach dem Kreuzstich?
Danach. Der Rückstich liegt auf den Kreuzstichen und gibt ihnen die Kontur.
Wie viele Fäden nimmt man für Rückstich?
Meist einen. Zwei Fäden nimmst du, wenn die Linie kräftig sein soll oder das Muster es angibt.
Wie sind Rückstiche im Zählmuster dargestellt?
Als durchgezogene Linien über dem Raster, von Kästchenecke zu Kästchenecke. Die Garnfarbe der Linie steht in der Legende.
Kann ich Rückstiche in ein eigenes Muster einzeichnen?
Ja. Im Muster-Editor von xstitchr gibt es dafür ein eigenes Werkzeug, und der Konverter kann Konturen automatisch ergänzen.
Was ist der Unterschied zwischen Rückstich und Steppstich?
Beim Steppstich bleiben Lücken zwischen den Stichen, beim Rückstich schließt jeder Stich an den vorigen an und ergibt eine durchgehende Linie.