Französischer Knoten sticken: Anleitung in 4 Schritten mit Bildern
Der französische Knoten gilt als der Stich, an dem viele verzweifeln: Mal rutscht er durch den Stoff, mal wird er eine lose Schlaufe. Dabei braucht es nur vier Handgriffe und eine einzige Regel. Hier lernst du beides.

Was ist ein französischer Knoten?
Der französische Knoten, auch Knötchenstich genannt, ist ein kleiner, erhabener Punkt aus Stickgarn. Du wickelst den Faden um die Nadel und stichst direkt neben der Austrittsstelle wieder ein. So entsteht ein fester Knoten, der auf dem Stoff sitzt.
Im Kreuzstich taucht er überall dort auf, wo ein ganzes Kreuz zu grob wäre: Augen, Blütenmitten, Beeren, Sterne, Schneeflocken oder der Punkt auf dem i.
Das brauchst du
- Stickgarn, zum Beispiel zwei Fäden Mouliné
- Eine Nadel mit Spitze, die überall gleich dick ist. Mit einer stumpfen Kreuzstichnadel geht es auch, die Wicklungen gleiten aber schlechter über das Öhr.
- Einen Stickrahmen. Straffer Stoff ist die halbe Miete, weil du beide Hände brauchst.
Französischer Knoten: Anleitung in 4 Schritten

Schritt 1: Faden nach vorne holen

Stich von der Rückseite an der Stelle heraus, an der der Knoten sitzen soll, und zieh den Faden ganz durch. Sichere das Fadenende auf der Rückseite gut, sonst zieht sich der Knoten später auf.
Schritt 2: Zweimal um die Nadel wickeln

Halte den Faden mit der freien Hand etwa fünf Zentimeter über dem Stoff straff. Lege die Nadel davor und wickle den Faden zweimal um die Nadel. Wickle nah am Stoff, nicht weit oben in der Luft.
Schritt 3: Direkt daneben einstechen

Stich die Nadelspitze ganz dicht neben der Austrittsstelle ein, aber nicht in dasselbe Loch. Zieh jetzt am Faden in deiner freien Hand, bis die Wicklungen fest am Stoff um die Nadel liegen.
Schritt 4: Langsam durchziehen

Zieh die Nadel langsam zur Rückseite durch und lass den Faden erst los, wenn er fast ganz durchgezogen ist. Der Knoten legt sich auf den Stoff. Fertig.
Die eine Regel: Der Faden bleibt straff, bis der Knoten sitzt. Fast jeder misslungene Knoten ist ein zu früh losgelassener Faden.
Die 5 häufigsten Fehler und wie du sie vermeidest
Der Knoten rutscht durch den Stoff
Du hast in dasselbe Loch zurückgestochen. Stich einen Gewebefaden daneben ein. Auf Aida teilst du dafür das Kästchen oder nimmst das Nachbarloch.
Der Knoten ist eine lose Schlaufe
Der Faden war beim Durchziehen nicht straff. Halte ihn fest, bis nur noch ein kleines Stück übrig ist.
Die Nadel bleibt stecken
Die Wicklungen sitzen zu fest oder das Nadelöhr ist dicker als der Schaft. Wickle etwas lockerer oder nimm eine Nadel mit schlankem Öhr.
Der Knoten sieht unordentlich aus
Meist sind es zu viele Wicklungen. Ab der dritten Wicklung kippt der Knoten leicht zur Seite. Bleib bei zwei.
Die Knoten sind unterschiedlich groß
Nimm immer gleich viele Fäden und gleich viele Wicklungen und zieh den Faden jedes Mal gleich fest an.
Wie viele Fäden und Wicklungen?
Die Größe steuerst du über die Fadenzahl, nicht über die Wicklungen. Zwei Wicklungen ergeben den schönsten, rundesten Knoten.
- 1 Faden, 2 Wicklungen: winziger Punkt, etwa für Augen kleiner Figuren
- 2 Fäden, 2 Wicklungen: der Standard für Blütenmitten und Beeren
- 3 bis 4 Fäden, 2 Wicklungen: kräftige Knoten für Schneeflocken oder Strukturflächen
Französischer Knoten im Kreuzstich und auf Aida
Sticke die Knoten ganz zum Schluss, wenn Kreuzstiche und Rückstiche fertig sind. So bleibst du mit dem Faden nicht an ihnen hängen und drückst sie im Rahmen nicht platt.
Auf Aida sind die Löcher groß. Wenn der Knoten immer wieder durchrutscht, stich mitten durch das Gewebe eines Kästchens statt in ein Loch. Auf Leinen und Evenweave reicht ein Gewebefaden Abstand.
Im Zählmuster stehen französische Knoten meist als kleine gefüllte Punkte, oft mit eigener Farbe in der Legende.
Alternativen, wenn es gar nicht klappen will
- Kolonialknoten: Der Faden wird in Form einer Acht um die Nadel gelegt. Er sitzt fester und verzeiht mehr.
- Rocailles-Perlen: Eine kleine Perle in passender Farbe sieht fast gleich aus und ist immer gleich groß.
- Ein winziger Kreuzstich über einen Gewebefaden: flach, aber sauber.
Häufige Fragen
Warum rutscht mein französischer Knoten durch den Stoff?
Weil die Nadel in dasselbe Loch zurückgeht, aus dem der Faden kommt. Stich einen Gewebefaden daneben ein, dann hat der Knoten Halt.
Wie oft wickelt man den Faden beim französischen Knoten?
Zweimal. Einmal ergibt einen sehr kleinen Knoten, ab dreimal wird er leicht unordentlich. Für größere Knoten nimmst du mehr Fäden.
Kann man französische Knoten mit einer Kreuzstichnadel sticken?
Ja. Eine stumpfe Nadel funktioniert, wenn du in ein Loch oder dicht daneben einstichst. Leichter geht es mit einer spitzen Nadel mit schlankem Öhr.
Wann stickt man die französischen Knoten in einem Kreuzstichbild?
Zum Schluss, nach allen Kreuzstichen und Rückstichen. Dann werden sie nicht plattgedrückt und stören nicht beim Sticken.
Was ist der Unterschied zwischen französischem Knoten und Kolonialknoten?
Beim französischen Knoten wird der Faden in eine Richtung gewickelt, beim Kolonialknoten in Form einer Acht. Der Kolonialknoten ist etwas größer und löst sich seltener.